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Über Science Bridge

Was ist Science Bridge?

Bereits 1996 initiierte die Abteilung Genetik der Universität Kassel das Projekt MobiLab, das eine Vernetzung von Lehrerausbildung, Lehrerfortbildung und Schulexperimenten zum Ziel hatte. Unter der Leitung von Prof. W. Nellen wurden erste Schulexperimente konzipiert und in nordhessischen Schulen durchgeführt. Gemeinsam mit Dr. J. Oberstrass und M. Bonin beteiligte sich MobiLab 1998 am Science4Life Wettbewerb und erhielt einen Preis in der Konzeptphase. MobiLab verzichtete dann aber auf weitere Versuche, das Projekt zu kommerzialisieren, weil dies nicht der richtige Weg schien, die Ideen zu realisieren. 1998 konnte M. Bonin im Rahmen von MobiLab eine Förderung des BMBF einwerben, um gemeinsam mit Schülern verschiedener Kasseler Schulen den „Erfinderclub Biotechnologie“ zu gründen.

Seit 2002 wird das Projekt von Prof. W. Nellen und Dr. Jörg Klug (Universität Giessen) unter dem Namen „Science Bridge“ geleitet. Mit einer Gruppe von engagierten Lehramts-, BSc und MSc Studenten führt Science Bridge nach wie vor anspruchsvolle Schulexperimente durch und engagiert sich in der Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung. Darüber hinaus werden Veranstaltungen wie Vorträge und Laborkurse für die allgemeine Öffentlichkeit sowie für spezielle Interessengruppen angeboten. Bisher wurden Laborkurse u.a. für Journalisten, Künstler, Pfarrer, Tierpfleger und Landwirte durchgeführt.

Mit der (inoffiziellen) Gründung im Jahr 1996 ist Science Bridge vermutlich das erste Schüler- und Öffentlichkeitslabor Deutschlands.

Wie finanziert sich Science Bridge?

Seit 2002 ist Science Bridge ein gemeinnütziger, eingetragener Verein. Die Grundfinanzierung kommt aus den Beiträgen von ca. 100 Mitgliedern und den Gebühren, die Schulen, andere Organisationen und Einzelpersonen für Science Bridge Veranstaltungen bezahlen. Davon werden Materialien und Geräte beschafft und Science Bridge Mitarbeiter, die unsere Kurse durchführen, erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung.
Diese Mittel reichen jedoch nicht aus, um neue, zeitgemäße Experimente zu entwickeln und teure Laborgeräte auf dem aktuellen Stand zu halten. Es ist deshalb erforderlich, weitere Gelder einzuwerben.
Bei allen im Folgenden genannten Drittmittelgebern war und ist sichergestellt, dass sie keinerlei Einfluss auf die Arbeit von Science Bridge nehmen. Die Verantwortung für alle Aktivitäten liegt ausschließlich bei Science Bridge e.V.

2006 beantragte Science Bridge erfolgreich eine Förderung im Programm „NatWorking“ der Robert Bosch – Stiftung. Während der Laufzeit von insgesamt 5 Jahren konnte eine solide Grundausstattung beschafft und der Betrieb des Labors professionalisiert werden.
2010 beantragte die Abteilung Genetik der Universität Kassel beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) Fördermittel für ein Projekt zur Verbesserung der akademischen Lehre in Indonesien (IGN-TTRC). Die Aktivitäten dazu (Laborkurse, Seminare, Vorträge) wurden weitgehend von Science Bridge Mitarbeitern organisiert und durchgeführt. Nach einer Laufzeit von 4 Jahren (bis 2014) bestehen noch heute die Spin-Offs „Science Bridge Indonesia“ in Manado (Nord Sulawesi), Jember (Ost Java) und Yogyakarta (Zentral Java).

Das Projekt hat indirekt zu Finanzierung von Science Bridge beigetragen und die internationale Expertise des Vereins verbessert.
2018 bewarb sich Science Bridge erfolgreich um Fördermittel im Rahmen des Projekts PRONET 2 (BMBF) mit einem Teilprojekt (Life Science Labore - Vernetztes Lehren und Lernen in der Biologie). Das Projekt ist in der Fachdidaktik der Biologie angesiedelt. Die Projektarbeit begründet sich auf der langjährigen Expertise von Science Bridge an der Schnittstelle zwischen Lehre und Forschung. Die bewilligten Projektmittel tragen indirekt zur Finanzierung bei.
2018 bewarb sich Science Bridge ebenfalls erfolgreich um Fördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) um in dem Schwerpunktprogramm 2141 (CRISPR-Cas – weitaus mehr als nur Verteidigung: die vielen verschiedenen Funktionen des CRISPR-Cas Systems) die Öffentlichkeitsarbeit für 21 Forschungslabore des Konsortiums zu übernehmen (CRISPR whisper). Die Projektarbeit begründet sich auf der langjährigen Expertise von Science Bridge im Bereich „Public Understanding of Science“ und der wissenschaftlichen Erfahrung des Vereins. Die bewilligten Projektmittel tragen indirekt zur Finanzierung bei.
2018 erhielt Science Bridge weiterhin Mittel von der Joachim Herz – Stiftung für eine Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Kunst. Die Arbeiten komplementieren weitgehend das DFG Projekt im SPP 2141. Die bewilligten Projektmittel tragen indirekt zur Finanzierung bei.

Bis 2015 erfolgte die Organisation und Leitung von Science Bridge ehrenamtlich durch Prof. W. Nellen. Der Verein war dadurch eng an die Universitätsabteilung Genetik angeschlossen und wurde auch genutzt, um Studierenden Einblicke in die Lehre und in die Vermittlung von Wissenschaft an die Öffentlichkeit zu gewähren. Mit der Emeritierung von Prof. Nellen war ab 2015 die Einstellung einer wissenschaftlichen Koordinatorin erforderlich. Es gelang für drei Jahre Sponsorenmittel der Firmen Wintershall und B. Braun sowie der Universität Kassel einzuwerben, um eine halbe Wissenschaftlerstelle zu finanzieren.
Ende 2018 hat die Universität Kassel die Förderung von Science Bridge eingestellt. Damit entfiel auch die Unterstützung der anderen Sponsoren, die ihre Förderung von der Unterstützung der Universität Kassel abhängig gemacht hatten.
Science Bridge arbeitet zurzeit mit der selbst eingeworbenen Stelle aus PRONET 2 als Projekt der Fachdidaktik Biologie der Universität Kassel.
Science Bridge verfügt damit für die nächsten drei Jahre zwar über umfangreiche Projektmittel, die Finanzierung der Basisaktivitäten (wissenschaftliche Koordination und Labororganisation) ist jedoch zurzeit nicht gegeben.

Was macht Science Bridge?

Science Bridge hat ein umfangreiches Angebot an Experimentierkursen hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, zu den molekularen Biowissenschaften und zur Genetik. Zielgruppen reichen von der Grundschule bis zu Leistungskursen in der gymnasialen Oberstufe, Grundkursen in BSc Studiengängen und Workshops für die allgemeine Öffentlichkeit. Weiterhin werden Vorträge und Seminare zu ausgewählten Themen der Biowissenschaften, zur Forschung allgemein und zu Berufsperspektiven angeboten. Kurse und Vorträge werden auch für interessierte Laien durchgeführt. Gruppen können sich bei Science Bridge anmelden oder Einzelpersonen können Angebote auf unserer Webseite wahrnehmen.

Auf Wunsch führt Science Bridge auch Kurse und Fortbildungen im Auftrag von Vereinen, Firmen und anderen Institutionen durch. So haben wir für zwei Semester den obligatorischen Kurs „Biochemie“ an einer Fachhochschule gehalten, weil eine Professur zeitweilig nicht besetzt war. Für das Bildungsprogramm einer Firma hat Science Bridge Schulkurse in Malaysia gegeben und in einer Jugendherberge einen mehrtägigen Kurs im Projekt „Freizeit und Lernen“.

Für Praxiskurse stellt Science Bridge alle erforderlichen Geräte und Materialien zur Verfügung. Die meisten Kurse können in einem beliebigen Raum mit Tischen, Strom- und Wasseranschluss durchgeführt werden (z.B. Klassenzimmer an einer Schule). Einige Experimente erfordern ein Sicherheitslabor der Klasse 1 (S1) nach dem deutschen Gentechnikgesetz. Manche Schulen haben solche Labore, falls nicht, können Kurse auch in einem zugelassenen Praktikumsraum der Universität durchgeführt werden. Alle Kurse werden von zwei erfahrenen Science Bridge Mitarbeitern betreut, die theoretische Hintergründe verständlich erklären und den experimentellen Teil Schritt für Schritt begleiten.

Im Rahmen von Lehrerfortbildungen lernen Lehrerinnen und Lehrer, wie Gentechnik in der Praxis funktioniert, wie Experimente in der Schule durchgeführt und sinnvoll in den Unterricht eingebettet werden können. Nach diesen Fortbildungen bleiben wir mit interessierten Lehrerinnen und Lehrern für eine intensive Betreuung und Zusammenarbeit in Verbindung. Das Science Bridge Angebot ist von der Hessischen Lehrkräfteakademie, Wiesbaden, akkreditiert (Anbieternummer U003586).

Für Einrichtung und Ausbau von Laboren an Schulen leistet Science Bridge Beratung für räumliche Gestaltung und Ausstattung. Wir können auch Empfehlungen für den Einkauf von Geräten und Verbrauchsmaterialien geben.
Science Bridge ist weiterhin in die reguläre universitäre Lehre eingebunden und ermöglicht darüber hinaus Studierenden aus den Lehramts-, BSc- und MSc-Studiengängen Praxis in der Lehre und in der öffentlichen Wissenschaftskommunikation. Science Bridge bietet Studierenden weiterhin einen Freiraum, um selbständig im Labor neue Experimente zu entwickeln, eigene Ideen einzubringen und auf vielen Ebenen der Wissenschaftskommunikation zu arbeiten. Eine Besonderheit ist die enge Zusammenarbeit von Lehramts- und BSc- bzw. MSc-Studenten, die ihren unterschiedlichen Erfahrungsschatz teilen. Dieses Lehr-Lern-Konzept ist ein Alleinstellungsmerkmal der Universität Kassel.

Was will Science Bridge?

Science Bridge möchte eine Brücke zwischen Schule und allgemeiner Öffentlichkeit einerseits und der Wissenschaft andererseits bilden. Dazu soll aktuelle Forschung mit Hilfe von Experimenten für jeden erfahrbar und verständlich gemacht werden. Science Bridge fühlt sich einer offenen und transparenten Wissenschaft verpflichtet.

Besonders in den molekularen Biowissenschaften sind Fakten und interessengesteuerte Meinungen für Laien kaum unterscheidbar. Science Bridge will, angepasst an den jeweiligen Wissensstand der Teilnehmer erklären und zeigen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden, wie wissenschaftliche Aussagen bewertet werden können und wie man sich eine eigenständige wissensbasierte Meinung bilden kann.